Kurz gesagt: Wir haben schöne Stunden in Weil der Stadt verbracht:
Mit 16 Anmeldungen im Gepäck ging’s los zum E-Center Parkplatz. Dort trafen wir den ehemaligen Wassermeister Gerd Diebold. Schon bei der Begrüßung zeigte sich die reichhaltige Erfahrung und das enorme Wissen von unserem „Lotsen“ durch die Gassen Weil der Stadts. Wir erfuhren zum Beispiel welche Quellen die Brunnen speisen und dass außer in Schafhausen alle Laufbrunnen ohne Pumpe auskommen und dass sich früher ein junger Mann zwei Ledereimer anschaffen musste um beim Löschen zu helfen. Damals musste man dafür ca. 70 Hühner „berappen“. Mit reichlich Grundwissen über Rohre, Wasserhärte und vielem mehr, machten wir uns auf, den ersten Brunnen zu bestaunen. Es war der Narrenbrunnen, der die Weil der Städter Narren aufzeigt. Nach ein paar Schritten waren wir am Marktplatz und erfuhren, dass der Obere Marktbrunnen, der auch Karlsbrunnen heißt, der älteste Brunnen der Stadt ist. Den unteren Marktbrunnen ließen wir links liegen und es ging über ein paar Seitensträßchen zum Kaffeebrünnele. Diesen hat der Wassermeister in jungen Jahren selbst getaltet. Den Namen hat er aus den Zeiten, in denen es noch kein fließendes Wasser in den Häusern gab und die Leute sich das Wasser hier vorallem zum Kochen geholt haben.

Hier habe ich bereits meine Wasserflasche aufgefüllt, die Wasserhärte von 23 habe ich allerdings nicht geschmeckt. Dann ging es zum Marienbrunnen im Hof des ehemaligen Klosters. Dieser wurde als Zeichen für den Frieden installiert. Neben den Infos zu den Brunnen, bekamen wir auch immer Wissenswertes über die Menschen, Gebäude und Orte vermittelt. Dann machten wir uns auf, um auf der anderen Seite der Stadtmauer den Brunnen „Kind mit Apfel“ zu bestaunen. Wir erfuhren, dass hier zuvor ein Brunnen vom alten Bahnhof Schafhausen stand, dieser aber inzwischen wieder in Schafhausen in der Nähe des evangelischen Gemeindehauses steht. Von dort aus ging’s wieder nach Drinnen. Am Klösterle sahen wir den Felixbrunnen und ein paar Schritte an der Stadtmauer entlang den Klosterbrunnen (Arbeitstitel Dagobert-Brunnen). Bei diesem Brunnen ist die Druckhöhe des Wassers voll ausgenützt, wäre der Auslauf etwas weiter oben, würde kein Wasser mehr fließen.

Da schon weit über eine Stunde vergangen war, machten wir uns zügig auf um übers Nachtwächtergässle zum Viehmarktbrunnen zu gelangen. Der Sandsteintrog stand ursprünglich weiter unten auf der Badtorstraße und wurde nach den Bauarbeiten in diesem Bereich auf seinem jetzigen Platz mit dem Brunnenstock aus Gusseisen zusammengefügt. Ein wunderschöner Ort auf den Sandsteinbänken unter den großen, alten Kastanien. Hier erzählte uns der ehemalige Wassermeister auch noch welche Brunnen noch in der Nähe sind, wie der Gerd-Diebold-Brunnen an der Stadtmauer, auf den er sehr stolz ist, „wer bekommt schon zu Lebzeiten seinen eigenen Brunnen“, sagt er. Auch beim Rössle- und Spitalbrunnen beschränkten wir uns auf die Erzählungen, da schon fast 1 ¾ Stunden vergangen waren und wir im Augustinus reserviert hatten. Auf dem Weg dorthin konnten wir noch einen Blick auf den Delphinbrunnen werfen und am Stadttor verabschiedeten wir uns von Gerd Diebold mit einem herzlichen Dankeschön und einer Packung Wildblumensamen (siehe weiter unten)

Im Augustinus war schon ein schöner Tisch für uns im schattigen Garten vorbereitet und Dank der vielen Eindrücke gab es für uns genug Gesprächsstoff um den Abend gemütlich ausklingen zu lassen.

Wildblumensamen-Verkauf

Dieses Jahr lief wieder der Wildblumensamenverkauf. Durch die lange Schließung des Rathauses lief es leider nicht optimal